29.9.11 19.15 Uhr
Lecture im Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, 8001 Zürich


Marie Glaser, Henriette Steiner


HausOrdnungen – Geschichten vom urbanen Zuhausesein

Wir wohnen. Wohnen heisst, sich ein Fleckchen Erde anzueignen, sich ein eigenes Nest zu bauen. Da wir in einen gesellschaftlich strukturierten Raum eingebettet leben, steht das Wohnen im Spannungsfeld zwischen individuellen Bedürfnissen, kollektiven Werten und Konventionen. Wohnweisen zeigen soziale Zugehörigkeit, die Macht des Einzelnen über materielle und kulturelle Ressourcen, spiegeln Normen und Traditionen einer Gesellschaft. HausOrdnungen wandeln sich. Als bauliche, räumliche, funktionale und soziale Strukturen des Wohnraums beeinflussen sie einander und wirken auf das Leben eines Hauses und seiner Bewohner ein.

Damit das Haus oder die Wohnung zur Heimat wird, braucht es ein dichtes Beziehungsgeflecht zwischen Bewohnern, Nachbarn, der Verwaltung, der Umgebung, dem Bauwerk sowie den persönlichen Gegenständen und Geschichten.Von einigen Beispielen solch verwobenen Zuhauseseins werden wir erzählen.



Marie Glaser arbeitet seit 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiterin und Dozentin am ETH Wohnforum / ETH CASE, wo sie den Bereich Kulturelle Praktik und Lebenswelt leitet. Dieser umfasst die Themen Stadt – Raum – Kultur, Phänomenologie der Stadt, Wohnen und Wohnungsbau als kulturelle Praxis sowie Interdisziplinarität in Lehre und Forschung. Sie studierte Literarturwissenschaft, Ethnologie und Volkskunde an der LMU München, der American University in Washington D.C. und der Universität Wien, wo sie 2004 zum Thema «Literaturwissenschaft als Wissenskultur. Zu den Praktiken, Mechanismen und Prinzipien einer Disziplin» promovierte.

Henriette Steiner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ETH Wohnforum / ETH CASE der ETH Zürich. Sie hat an der Universität Kopenhagen Literaturwissenschaft und Moderne Kultur studiert. 2008 doktorierte sie an der Universität Cambridge in Grossbritannien im Bereich Geschichte und Architekturphilosophie. Ihre Forschung konzentriert sich aus interdisziplinärer Sicht auf Fragen der europäischen Stadt- und Wohnkultur vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.